Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen1

Die Weltwirtschaft hat im abgelaufenen Geschäftsjahr wieder leicht an Dynamik gewonnen. Nach zwei wirtschaftlichen Krisenjahren verlief die Erholung insgesamt aber eher verhalten und war im Jahresverlauf nicht frei von Rückschlägen. Vor allem die Problematik rund um die Staatsverschuldung beeinträchtigte eine nachhaltigere Wirtschaftsdynamik. Daher liegt das globale Wirtschaftswachstum 2014 mit voraussichtlich 2,4 Prozent nur leicht über dem Vorjahreswert von 2,3 Prozent. Dabei verlief die Entwicklung in den fortgeschrittenen Volkswirtschaften und den Schwellenländern höchst unterschiedlich: Während in den USA und der Eurozone insgesamt eine Erholung zu beobachten war, schwächte sich die konjunkturelle Dynamik in vielen Schwellenländern spürbar ab. Ein wesentlicher Auslöser dafür war die Rückführung der expansiven Geldpolitik durch die US-Notenbank im Herbst 2013, die in direkter Folge einen Abzug von Investitionsmitteln aus den Schwellenländern zur Folge hatte. Daneben bremsten landesspezifische Probleme die jeweilige Wirtschaftsentwicklung.

Gleichzeitig verstärkten sich im Jahresverlauf viele politische Krisen und Konflikte, vor allem im Nahen Osten. In Europa dominierte der Ukraine-Konflikt die politische Agenda. Dies führte in der Ukraine zu erheblichen wirtschaftlichen Beeinträchtigungen und auch in Russland wurde die ohnehin schwache konjunkturelle Dynamik durch den Konflikt weiter beeinträchtigt. Das rückläufige Investorenvertrauen sowie die Sanktionsmaßnahmen der Europäischen Union und der USA schwächten die russische Wirtschaft insgesamt.

Die Währungen vieler Schwellenländer haben als Konsequenz des Abzugs von Investitionsmitteln sowie infolge teilweise hoher Leistungsbilanzdefizite erheblich an Wert verloren. Bei der ukrainischen Hrywnja betrug der Wertverlust über 50 Prozent, aber auch in Russland, der Türkei und Indien lagen die aufgelaufenen Währungsabwertungen im Geschäftsjahr 2013/14 im zweistelligen Bereich.

Verbunden mit den Währungsabwertungen stiegen auch die Verbraucherpreise insbesondere in Russland, der Türkei und Indien überdurchschnittlich an. Der Anstieg lag zum Ablauf des Geschäftsjahres in diesen Ländern im hohen einstelligen Bereich. Dagegen fiel die Inflation in den meisten europäischen Ländern aufgrund der insgesamt weiter verhaltenen Wirtschaftsdynamik unterdurchschnittlich aus. In einigen Ländern waren die Verbraucherpreise sogar rückläufig. Dies gilt umso mehr für die Lebensmittelpreise: Nach Rekordanstiegen in der Eurozone 2012 und 2013 war zum Ende des Berichtsjahres mit einem Rückgang um 1 Prozent eine deflationäre Entwicklung festzustellen.

Bezogen auf die Regionen, in denen die METRO GROUP tätig ist, wuchs Deutschland im westeuropäischen Vergleich weiter überdurchschnittlich. Die meisten Länder Westeuropas konnten sich im Berichtsjahr aus der Rezession befreien. Die weiterhin hohe Staatsverschuldung und der steinige Weg zur Konsolidierung verhindern aber nach wie vor ein dynamischeres Wachstum. Gleichzeitig verlief die Erholung sehr uneinheitlich.

Die Länder Mitteleuropas konnten aufgrund der wirtschaftlichen Verflechtung mit Westeuropa insgesamt von der leichten Erholung profitieren und wuchsen ebenfalls etwas stärker als 2013. Dagegen war die wirtschaftliche Lage in den osteuropäischen Schwellenländern – auch vor dem Hintergrund der politischen Krisen – deutlich schwieriger. Insbesondere Russland und die Ukraine, aber auch die Türkei entwickelten sich wesentlich schwächer als im Jahr zuvor. Daher liegt in Mittel- und Osteuropa insgesamt die Wachstumsrate 2014 voraussichtlich mit knapp unter 1 Prozent noch einmal unterhalb des Vorjahres.

Die asiatischen Schwellenländer konnten zwar wiederholt die höchsten Wachstumsraten aufweisen. Aber der Rückgang von Investitionen in diese Länder beeinträchtigte auch hier das wirtschaftliche Wachstum. Für die Region insgesamt bewegt sich das Wirtschaftswachstum 2014 mit knapp unter 4 Prozent voraussichtlich nur leicht unterhalb des Vorjahres.

Die im Kapitel Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen genannten Zahlen zur BIP-Entwicklung beziehen sich jeweils auf die Gesamtjahre 2013 und 2014. Dementsprechend handelt es sich bei den 2014er-Werten um Prognosen. Die qualitativen Aussagen im Text beziehen sich hingegen, soweit nicht anders angegeben, auf den Berichtszeitraum.

Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts
wichtiger Weltregionen und Deutschlands
Veränderungen zum Vorjahr in Prozent

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20131

20142

Quelle: Feri

1

Vorjahreswerte können gegenüber dem Geschäftsbericht 2013 abweichen, falls bei dessen Fertigstellung finale Zahlen noch nicht vorlagen

2

Prognose

Welt

2,3

2,4

Deutschland

0,1

1,3

Westeuropa (ohne Deutschland)

−0,2

1,0

Osteuropa

1,2

0,8

Asien

4,0

3,8

Konsumgüterhandel entwickelt sich weiter unterdurchschnittlich

Die Auswirkungen der wirtschaftlichen Entwicklung auf das Handelsgeschäft fielen in den Regionen, in denen die METRO GROUP tätig ist, unterschiedlich aus. In Westeuropa zeigte auch der Handel nach zwei Jahren mit rückläufigen Umsätzen eine allmähliche Erholung mit einem leichten nominalen Plus von knapp 0,5 Prozent im abgelaufenen Geschäftsjahr. Preisbereinigt lagen die Umsätze aufgrund insgesamt rückläufiger Einzelhandelspreise leicht darüber. In Osteuropa und Asien waren die nominalen Zuwachsraten im Handel zwar höher – Asien wies wiederholt die höchsten Wachstumsraten auf. Allerdings lag das Wachstum in beiden Regionen leicht unterhalb des Vorjahreszeitraums. Gleichzeitig waren die Umsätze wesentlich stärker preisgetrieben.

Deutschland

Deutschlands Wirtschaft hat sich im Berichtszeitraum im westeuropäischen Vergleich erneut überdurchschnittlich entwickelt. Nach einem dynamischen ersten Halbjahr kam es allerdings im zweiten Halbjahr zu einer Abschwächung. Insgesamt liegt das Wirtschaftswachstum 2014 voraussichtlich bei 1,3 Prozent (Vorjahr: +0,1 Prozent). Die Arbeitslosigkeit ging im Vergleich zum Vorjahreszeitraum weiter zurück und die verfügbaren Einkommen entwickelten sich solide. Aufgrund der niedrigen Inflation stieg auch die reale Kaufkraft der Verbraucher an. Dies wirkte sich insgesamt positiv auf Konsum und Handel aus. Der Handel legte im Berichtszeitraum um nominal knapp 2 Prozent zu (real: rund 1 Prozent) und wuchs damit etwas stärker als im Vorjahr. Daneben war das Umsatzwachstum bei Lebensmitteln immer noch etwas höher als das Wachstum bei Nicht-Lebensmitteln.

Westeuropa

Die Wirtschaftsdynamik in Westeuropa blieb trotz Erholung insgesamt weiter verhalten. Nach einer rückläufigen Entwicklung im Vorjahr kann das Bruttoinlandsprodukt 2014 voraussichtlich um rund 1 Prozent zulegen. Die Arbeitslosigkeit ging nach dem Rekordniveau im Herbst 2013 im Berichtszeitraum nur langsam zurück. Die unterschiedliche Entwicklung in stark betroffenen Krisenländern und robusteren Kernstaaten hatte trotz einiger Ausnahmen weiter Bestand. Überdurchschnittlich fiel das Wirtschaftswachstum – außer in Deutschland – insbesondere in Schweden und der Schweiz aus. Sehr erfreulich verläuft ferner die Entwicklung im vormaligen Krisenstaat Spanien mit einem erwarteten realen Plus beim Bruttoinlandsprodukt 2014 von 1,5 Prozent. Dagegen geht Italiens Wirtschaft voraussichtlich weiter leicht zurück und auch Frankreichs Wirtschaft kann aufgrund struktureller Probleme 2014 kaum zulegen.

Angesichts der leicht verbesserten Rahmenbedingungen verzeichnete der Handel in Westeuropa im Berichtsjahr ein nominales Plus von knapp 0,5 Prozent (2012/13: –1,0 Prozent). Die unterschiedliche Wirtschaftsentwicklung spiegelte sich in den meisten Ländern auch im Handel wider. Positiv verlief die Handelsentwicklung – außer in Deutschland – insbesondere in Österreich und Schweden. Auch in Spanien zeigte sich der Wirtschaftsaufschwung in den Handelsumsätzen mit einem kleinen Plus nach mehreren Jahren sinkender Umsätze. Rückläufig waren die Handelsumsätze dagegen unter anderem in Frankreich und Portugal.

Osteuropa

Die Länder Osteuropas profitierten einerseits aufgrund der wirtschaftlichen Verflechtung mit Westeuropa von der allmählichen Erholung. Andererseits entwickelten sich die politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen vor allem in Russland und der Ukraine im Zuge des politischen Konflikts ungünstig. Auch die türkische Wirtschaft kühlte sich 2014 merklich ab. Insgesamt wächst Osteuropa weiter weniger, als es seinem wirtschaftlichen Potenzial entspricht. Das Wirtschaftswachstum liegt 2014 mit voraussichtlich knapp unter 1 Prozent noch einmal unterhalb des Vorjahres (1,2 Prozent). Überdurchschnittlich entwickeln sich dabei Polen und Ungarn mit erwarteten Zuwächsen von jeweils etwa 3 Prozent. Eine rückläufige Wirtschaftsleistung weisen dagegen neben Russland und der Ukraine voraussichtlich auch Kroatien und Serbien sowie weiterhin Griechenland auf. Als Konsequenz daraus verzeichneten insbesondere Griechenland und Kroatien auch weiter eine schwache Handelsentwicklung. Russland und die Türkei konnten zwar trotz wirtschaftlicher Abschwächung immer noch ein hohes nominales Handelswachstum aufweisen. Gleichzeitig stiegen aber auch die Preise überdurchschnittlich an, sodass das reale Wachstum wesentlich geringer ausfiel. Ferner lagen die Währungsabwertungen in beiden Ländern gegenüber dem Euro im zweistelligen Prozentbereich. Positiv fielen dagegen die Handelsumsätze – auch preisbereinigt – in Ungarn und Rumänien aus.

Asien/Afrika

Die Schwellenländer in Asien wiesen im vergangenen Ge-schäftsjahr wiederholt das höchste Wirtschaftswachstum auf. Das Wachstum in Asien liegt 2014 voraussichtlich mit knapp unter 4 Prozent nur leicht unterhalb des Vorjahres. Zwar hatten auch die asiatischen Schwellenländer mit einer schwächeren Wirtschaftsdynamik zu kämpfen. In China hat die Regierung die Wirtschaft aber durch erneute Konjunkturmaßnahmen gestützt und so das Wachstum oberhalb von 7 Prozent halten können. Japan erreicht 2014 voraussichtlich ein solides Wachstum in der Größenordnung von 1 Prozent. Eine Sonderentwicklung gab es beim Konsum durch die Erhöhung der Mehrwertsteuer im April um 3 Prozentpunkte von 5 auf 8 Prozent. Vor der Einführung stiegen Konsum und Handel überdurchschnittlich an, um im Anschluss entsprechend zurückzugehen. Über den gesamten Geschäftsjahreszeitraum betrachtet, wuchs der Handel mit nominal rund 2 Prozent überdurchschnittlich an.

In den Schwellenländern Asiens war das Handelswachstum weiterhin hoch. In China wuchs das Handelsgeschäft im abgelaufenen Geschäftsjahr weiter oberhalb von nominal 10 Prozent. In knapp zweistelliger Größenordnung entwickelten sich auch die anderen asiatischen Schwellenländer, allerdings lag auch die Inflation – unter anderem in Indien und Pakistan – im hohen einstelligen Bereich, sodass die realen Umsätze wesentlich geringer ausfielen.

Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts der METRO GROUP Länder
Veränderungen zum Vorjahr in Prozent

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20131

20142

1

Vorjahreswerte können gegenüber dem Geschäftsbericht 2013 abweichen, falls bei dessen Fertigstellung finale Zahlen noch nicht vorlagen

2

Prognose

China

7,7

7,4

Indien

4,7

6,0

Vietnam

5,4

4,8

Kasachstan

6,0

4,6

Pakistan

4,0

3,4

Ungarn

1,1

3,3

Polen

1,6

2,8

Luxemburg

2,1

2,7

Türkei

4,1

2,4

Slowakei

0,9

2,3

Tschechien

−0,9

2,3

Schweden

1,5

2,1

Moldawien

8,9

1,8

Schweiz

1,9

1,7

Bulgarien

0,9

1,5

Spanien

−1,2

1,5

Deutschland

0,1

1,3

Rumänien

3,3

1,2

Japan

1,5

1,0

Belgien

0,3

1,0

Österreich

0,2

0,8

Portugal

−1,4

0,8

Dänemark

0,4

0,7

Niederlande

−0,7

0,7

Frankreich

0,4

0,3

Griechenland

−3,9

−0,1

Italien

−1,9

−0,3

Kroatien

−0,7

−0,4

Russland

1,3

−0,5

Serbien

2,5

−1,5

Ukraine

0,0

−7,4