Bericht des Aufsichtsrats


FRANZ M. HANIEL
Vorsitzender des Aufsichtsrats
Kurzprofil: Franz M. Haniel ist seit November 2011 Vorsitzender des Aufsichtsrats der METRO AG und hatte dieses Amt zuvor bereits von November 2007 bis Mai 2010 inne. Er wurde 1955 in Oberhausen geboren, ist Diplom-Ingenieur für Maschinenbau und hat einen MBA an der internationalen Hochschule INSEAD erworben. Er arbeitete zunächst als Berater für das Unternehmen Booz Allen Hamilton, bevor er 1986 in die Beteiligungsfirmen der Familie Quandt eintrat. Im Jahr 2000 wechselte er als Geschäftsführer zu Giesecke & Devrient, einem Hersteller von Banknoten, Sicherheitsdokumenten und Ausweispapieren. Seit 2003 ist er Vorsitzender des Aufsichtsrats der Franz Haniel & Cie. GmbH.
Informationen zu den weiteren Mitgliedern des Aufsichtsrats sind auf der Website www.metrogroup.de unter der Rubrik Unternehmen – Aufsichtsrat abrufbar.
die Weltwirtschaft hat im Zeitraum Oktober 2013 bis September 2014 allenfalls leicht an Dynamik gewonnen. Insgesamt fiel die Erholung nach zwei wirtschaftlich schwachen Jahren aber weiter verhalten aus, mit nur wenigen Impulsen für den Handel. Die Entwicklung der METRO GROUP im Geschäftsjahr 2013/14 fand somit keine nennenswerte konjunkturelle Unterstützung. Umso deutlicher unterstreicht das Umsatzwachstum im Berichtszeitraum die erzielten Erfolge bei der Neuausrichtung des Konzerns: Bereinigt um Portfolio- und Wechselkurseffekte konnte die METRO GROUP ihren Umsatz im Geschäftsjahr 2013/14 um 1,3 Prozent steigern. Auch der flächenbereinigte Umsatz legte wieder leicht um 0,1 Prozent zu – nach einem Minus von 1,3 Prozent im Vorjahr. Diese erfreuliche Entwicklung ist ein deutlicher Indikator dafür, dass die vom Vorstand initiierten Maßnahmen und Zukunftsinvestitionen ihre Wirksamkeit entfalten.
Wir, die Mitglieder des Aufsichtsrats der METRO AG, haben sowohl die Weiterentwicklung der Geschäftsmodelle im Konzern als auch die strategischen Portfolioentscheidungen im Berichtszeitraum intensiv begleitet und durch unsere Entscheidungen aktiv unterstützt. Die Planungen und Entscheidungen des Vorstands fanden unsere ungeteilte Zustimmung.
Den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der METRO GROUP, die die getroffenen Entscheidungen mit großem Einsatz, Leidenschaft und unternehmerischem Geist umgesetzt haben, gilt unser besonderer Dank.
Beratung und Überwachung der Geschäftsführung
Der Aufsichtsrat nahm auch im Geschäftsjahr 2013/14 die ihm nach Gesetz und Satzung obliegenden Aufgaben wahr. Wir haben den Vorstand bei der Leitung der METRO AG und des Konzerns ausführlich beraten und die Geschäftsführung kontinuierlich überwacht. Der Vorstand ist seinen Informationspflichten nachgekommen und hat uns regelmäßig, zeitnah und umfassend in schriftlicher und mündlicher Form über alle wesentlichen Entwicklungen der METRO GROUP unterrichtet. Die Berichterstattung des Vorstands beinhaltete insbesondere grundsätzliche Fragen der Unternehmensplanung, die Rentabilität des Unternehmens, die laufende Geschäftsentwicklung sowie Geschäfte von erheblicher Bedeutung. Der Aufsichtsrat hat alle ihm unterbreiteten Berichte und Unterlagen im gebotenen Maß erörtert und geprüft. Es gab keine Zweifel an der Recht-, Zweck- und Ordnungsmäßigkeit der Vorstandstätigkeit. Zu einzelnen Geschäftsvorfällen haben wir unsere Zustimmung erteilt, soweit dies nach Gesetz, Satzung oder selbst getroffenen Regelungen notwendig war. Vom Einsichts- und Prüfungsrecht des Aufsichtsrats nach § 111 Abs. 2 Satz 1 und 2 Aktiengesetz (AktG) haben wir nicht Gebrauch gemacht, da es keine klärungsbedürftigen Sachverhalte gab.
Im Geschäftsjahr 2013/14 fanden neun Aufsichtsratssitzungen statt, wovon zwei außerordentlich einberufen worden waren. Vier Beschlussfassungen des Aufsichtsrats erfolgten außerhalb einer Sitzung. In meiner Funktion als Aufsichtsratsvorsitzender stand ich fortwährend in engem Kontakt mit dem Vorsitzenden des Vorstands und habe mit ihm bedeutende Geschäftsvorfälle und anstehende Entscheidungen in regelmäßigen Einzelgesprächen erörtert.
Der Deutsche Corporate Governance Kodex empfiehlt einen Vermerk in diesem Bericht, wenn ein Mitglied des Aufsichtsrats in einem Geschäftsjahr an weniger als der Hälfte der Sitzungen des Aufsichtsrats teilgenommen hat. Baroness Lucy Neville-Rolfe legte ihr Amt mit Schreiben vom 18. Juli 2014 nieder und nahm vor diesem Hintergrund nicht an der Hälfte der Sitzungen des Aufsichtsrats der METRO AG im Berichtszeitraum teil. Von dieser Ausnahme abgesehen nahm kein Mitglied an weniger als der Hälfte der Sitzungen teil.
Interessenkonflikte von Vorstands- und Aufsichtsratsmitgliedern, die dem Aufsichtsrat gegenüber offenzulegen sind, sind im Geschäftsjahr 2013/14 nicht aufgetreten. Ein Mitglied des Aufsichtsrats hat das Gremium darüber informiert, dass es eine Beratungstätigkeit für Dritte in Betracht zieht, aus der künftig in Einzelfällen Interessenkonflikte entstehen könnten. Eine konkrete Gefährdung des Unternehmensinteresses lag nicht vor. Das betroffene Aufsichtsratsmitglied hat vorsorglich angekündigt, an etwaigen künftigen konfliktbefangenen Beratungen und Abstimmungen im Aufsichtsrat nicht teilnehmen zu wollen.
Wesentliche Inhalte der Aufsichtsratssitzungen und -beschlüsse im Jahresüberblick
Oktober 2013 – In der ersten Sitzung des Geschäftsjahres 2013/14 beschloss der Aufsichtsrat, Herrn Heiko Hutmacher für den Zeitraum vom 1. Oktober 2014 bis zum 30. September 2017 erneut zum Mitglied des Vorstands der METRO AG und zum Arbeitsdirektor zu bestellen. Ferner stimmten wir dem Dienstvertrag zwischen Herrn Hutmacher und der METRO AG für diese Amtsperiode zu. Weitere Schwerpunkte bildeten der Bericht des Vorstands über die Geschäftsentwicklung und die Governance-Funktionen im Konzern, insbesondere das Risikomanagement, die internen Kontrollsysteme sowie das Compliance-System. In der Aufsichtsratssitzung im Oktober 2013 überprüften wir schließlich auch die Effizienz unserer Gremienarbeit. Die Grundlage der Effizienzprüfung bildete ein unternehmensintern erstellter Fragebogen.
Dezember 2013 – Schwerpunkte unserer Bilanzsitzung am 10. Dezember 2013 waren der Jahres- und Konzernabschluss des abgelaufenen Rumpfgeschäftsjahres 2013, der zusammengefasste Lagebericht der METRO AG und des Konzerns 2013, der Vorschlag des Vorstands an die Hauptversammlung 2014 für die Verwendung des Bilanzgewinns sowie der Bericht des Vorstands über die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen 2013. An der Erörterung nahm der Abschlussprüfer teil und berichtete über die wesentlichen Ergebnisse der durchgeführten Prüfungen. Ein zusätzlicher Schwerpunkt der Sitzung lag auf der Beschlussfassung über eine neue variable Vergütungskomponente mit langfristiger Anreizwirkung für die Mitglieder des Vorstands. Die neue Vergütungskomponente wurde im Februar 2014 der Hauptversammlung vorgestellt und von dieser mit sehr großer Mehrheit gebilligt. Weitere Themen der Aufsichtsratssitzung im Dezember 2013 waren der Bericht des Aufsichtsrats und der Corporate-Governance-Bericht für das Rumpfgeschäftsjahr 2013, die Vorbereitung der Hauptversammlung 2014, die aktuelle Entwicklung des Geschäfts, einzelner Projekte und rechtlicher Themen sowie der Spendenbericht des Vorstands. Vorbehaltlich der Prüferwahl durch die Hauptversammlung 2014 beschlossen wir die Prüfungsaufträge für den Jahres- und Konzernabschluss, den zusammengefassten Lagebericht sowie den Abhängigkeitsbericht für das am 30. September 2014 endende Geschäftsjahr. Ebenfalls vorbehaltlich der Prüferwahl verabschiedeten wir schließlich auch bereits den Auftrag für die prüferische Durchsicht des verkürzten Konzernzwischenabschlusses zum 31. März 2014 und des Konzernzwischenlageberichts für den Zeitraum vom 1. Oktober 2013 bis zum 31. März 2014.
Januar 2014 – In dieser außerordentlich einberufenen telefonischen Sitzung bestellten wir Herrn Mark Frese für den Zeitraum vom 1. Januar 2015 bis zum 31. Dezember 2017 erneut zum Mitglied des Vorstands der METRO AG und beschlossen seinen Dienstvertrag für diese Amtszeit. Ferner befassten wir uns intensiv mit den Planungen des Vorstands für eine Börsennotiz von Minderheitsanteilen an METRO Cash & Carry Russland und stimmten den diesbezüglichen Beschlussvorschlägen zu. In den darauffolgenden Monaten verschlechterte sich das Marktumfeld für eine Börsennotiz im Zuge der politischen Entwicklung in der Ukraine und in Russland deutlich. Die Planungen ruhen daher derzeit.
Februar 2014 – In einer Sitzung unmittelbar vor Beginn der Hauptversammlung am 12. Februar 2014 befassten wir uns mit der erfolgsabhängigen Vorstandsvergütung für das Rumpfgeschäftsjahr 2013. Um die individuelle Leistungsbezogenheit der Vorstandsvergütung sicherzustellen, behalten wir uns generell das Recht vor, die jährliche erfolgsabhängige Vergütung individuell nach unserem Ermessen um bis zu 30 Prozent zu reduzieren oder um bis zu 30 Prozent zu erhöhen. Die notwendige Entscheidung, wie diese Ermessenspielräume für das Rumpfgeschäftsjahr 2013 genutzt werden, erfolgte durch einen Beschluss des Aufsichtsrats. Darüber hinaus erörterten wir zukunftsgerichtet die wesentlichen Kriterien für die Ermessensausübung nach dem Ende des laufenden Geschäftsjahres 2013/14. Der Vorstand berichtete über die aktuelle Geschäftsentwicklung und ein geplantes Immobilienprojekt. Vorsorglich fasste der Aufsichtsrat ferner einen Beschluss über die Bevollmächtigung einer Rechtsanwaltssozietät im Zusammenhang mit etwaigen Anfechtungs- und/oder Nichtigkeitsklagen gegen Beschlüsse der Hauptversammlung 2014.
In einem schriftlichen Verfahren im unmittelbaren Anschluss an die Hauptversammlung wählte der Aufsichtsrat erneut Herrn Dr. Fredy Raas zum Mitglied des Bilanz- und Prüfungsausschusses. Diese Wiederwahl war erforderlich, nachdem seine Mitgliedschaft im Aufsichtsrat mit Ablauf der Hauptversammlung am 12. Februar 2014 zunächst endete und noch am gleichen Tag durch die Wahl der Hauptversammlung neu begann.
April 2014 – In dieser Sitzung stimmten wir der Entsendung von Herrn Pieter Haas in die Geschäftsführung der Media-Saturn-Holding GmbH zu und entbanden ihn für die Dauer der Entsendung von allen über die Vertriebslinie Media-Saturn hinaus bestehenden Zuständigkeiten im Vorstand der METRO AG. Den Geschäftsverteilungsplan des Vorstands passten wir entsprechend an. Weiterhin stimmten wir dem Kauf einer Rückdeckungsversicherung zur Absicherung von Risiken aus Pensionsverpflichtungen im Ausland sowie dem Rückerwerb eines Immobilienportfolios zu. Der Vorstand berichtete über die aktuelle Geschäftsentwicklung, den aktuellen Stand der Planungen für eine Börsennotiz von Minderheitsanteilen an METRO Cash & Carry Russland sowie verschiedene aktuelle Projekte und Entwicklungen. Der Vorstand stellte weiterhin zwei Projekte vor, die im Mai 2014 Gegenstand von Beschlussfassungen des Aufsichtsrats außerhalb einer Sitzung wurden.
Mai 2014 – Außerhalb einer Sitzung stimmten wir der Veräußerung eines mittelbar durch die METRO AG gehaltenen Anteils an der Booker Group PLC sowie dem Erwerb von drei durch die Vertriebslinie Real genutzten Immobilien zu.
Juni 2014 – Ebenfalls außerhalb einer Sitzung stimmte der Aufsichtsrat dem bereits im Rahmen der Februar-Sitzung vorgestellten Verkauf von Teilen der von Konzerngesellschaften genutzten Immobilien in Düsseldorf sowie der anschließenden Anmietung der Objekte zu.
Juli 2014 – Auch im Geschäftsjahr 2013/14 fanden im Juli zwei Aufsichtsratssitzungen statt. Dies ist eine bewährte Praxis, um der Erörterung strategischer Themen mit dem Vorstand genügend Raum zu geben. Beide Sitzungen fanden an aufeinanderfolgenden Tagen in Paris, Frankreich, statt. Im Mittelpunkt der ersten Sitzung stand die Strategie für die Vertriebslinie METRO Cash & Carry mit besonderem Fokus auf Frankreich. Weitere Themen der ersten Sitzung waren makroökonomische Rahmenbedingungen, die aktuelle Geschäftsentwicklung der METRO GROUP sowie die strategischen Prioritäten im Konzern. Im Anschluss an diese Sitzung hatten wir die Möglichkeit, gemeinsam mit dem Vorstand und Führungskräften des Konzerns zwei Standorte der Vertriebslinie METRO Cash & Carry in Paris zu besichtigen, um die dort entwickelten marktspezifischen Konzepte kennenzulernen. Zu den Themen der zweiten Aufsichtsratssitzung zählten die Strategie für Media-Saturn unter besonderer Berücksichtigung des Dialogs mit dem Minderheitsgesellschafter sowie die strategischen Aufgaben im Bereich Human Resources einschließlich der langfristigen Nachfolgeplanung für verschiedene Ebenen des Konzerns. Im weiteren Verlauf der zweiten Sitzung beschloss der Aufsichtsrat eine neue Dienstwagenregelung für die Mitglieder des Vorstands, erhielt Informationen über wesentliche Gesetzesnovellen und stimmte der Beauftragung eines Dienstleisters zu, der die Nachfolgeplanung für die Vertreter der Aktionäre unterstützen soll. Schließlich informierte uns der Vorstand über die geplante Veräußerung des Geschäfts von METRO Cash & Carry Vietnam.
August 2014 – In einer außerordentlich einberufenen telefonischen Sitzung stimmten wir der Veräußerung des operativen Geschäfts von METRO Cash & Carry Vietnam inklusive des damit verbundenen Immobilienportfolios zu.
September 2014 – Am 24. September 2014 beschlossen wir, Herrn Olaf Koch für den Zeitraum vom 14. September 2015 bis zum 13. September 2018 erneut zum Mitglied des Vorstands der METRO AG zu bestellen und zum Vorstandsvorsitzenden zu ernennen. Darüber hinaus stimmten wir dem Abschluss eines Dienstvertrags zwischen Herrn Koch und der METRO AG für diesen Zeitraum zu. Der Vorstand informierte uns über die aktuelle Geschäftsentwicklung. Der vom Vorstand vorgelegten Budgetplanung stimmten wir zu. Weitere Beschlüsse betrafen die jährliche Entsprechenserklärung gemäß § 161 AktG sowie die Aktualisierung von Geschäftsordnungen und Zielsetzungen für die Besetzung des Aufsichtsrats und des Vorstands. Der Aufsichtsrat befasste sich im September des Weiteren eingehend mit den Governance-Funktionen im Konzern (internes Kontrollsystem, Risikomanagementsystem, interne Revision und Compliance) sowie mit weiteren Personalangelegenheiten des Vorstands und ließ sich über den aktuellen Stand der Rechtsstreitigkeiten mit dem Minderheitsgesellschafter der Media-Saturn-Holding GmbH berichten. Schließlich wählten wir Herrn Dr. Florian Funck zum Mitglied des Bilanz- und Prüfungsausschusses des Aufsichtsrats. Diese Ergänzungswahl war notwendig geworden, nachdem ich auf die persönliche Inanspruchnahme des dem Aufsichtsratsvorsitzenden vorbehaltenen Ausschusssitzes verzichtet hatte.
Die Arbeit der Ausschüsse
Zur effizienten Wahrnehmung seiner Aufgaben hat der Aufsichtsrat fünf Ausschüsse gebildet: Aufsichtsratspräsidium, Personalausschuss, Bilanz- und Prüfungsausschuss, Nominierungsausschuss sowie Vermittlungsausschuss gemäß § 27 Abs. 3 MitbestG. Die Ausschüsse bereiten Beschlüsse und Erörterungen des Aufsichtsrats vor. Darüber hinaus wurden innerhalb des gesetzlichen Rahmens Entscheidungszuständigkeiten auf einzelne Ausschüsse übertragen. Eine detaillierte Beschreibung der Arbeitsweise der Ausschüsse ist in der jährlichen Erklärung zur Unternehmensführung gemäß § 289 a HGB enthalten. Sie ist auf der Website www.metrogroup.de unter der Rubrik Unternehmen – Corporate Governance abrufbar. Den Vorsitz in allen Ausschüssen mit Ausnahme des Bilanz- und Prüfungsausschusses führe ich als Aufsichtsratsvorsitzender. Über die Inhalte und Ergebnisse der Ausschusssitzungen wird im Aufsichtsrat jeweils zeitnah berichtet. Derzeit setzen sich die Ausschüsse des Aufsichtsrats wie folgt zusammen:
- Aufsichtsratspräsidium:
Franz M. Haniel (Vorsitzender), Werner Klockhaus (stellv. Vorsitzender), Dr. Wulf H. Bernotat, Uwe Hoepfel - Personalausschuss:
Franz M. Haniel (Vorsitzender), Werner Klockhaus (stellv. Vorsitzender), Dr. Wulf H. Bernotat, Uwe Hoepfel - Bilanz- und Prüfungsausschuss:
Dr. jur. Hans-Jürgen Schinzler (Vorsitzender), Werner Klockhaus (stellv. Vorsitzender), Dr. Florian Funck, Rainer Kuschewski, Dr. Fredy Raas, Xaver Schiller - Nominierungsausschuss:
Franz M. Haniel (Vorsitzender), Jürgen Fitschen, Dr. jur. Hans-Jürgen Schinzler - Vermittlungsausschuss gemäß § 27 Abs. 3 MitbestG:
Franz M. Haniel (Vorsitzender), Werner Klockhaus (stellv. Vorsitzender), Uwe Hoepfel, Dr. jur. Hans-Jürgen Schinzler
Stand: 10. Dezember 2014
Bilanz- und Prüfungsausschuss – Die Aufgaben des Bilanz- und Prüfungsausschusses umfassen vor allem Fragen der Rechnungslegung und Abschlussprüfung sowie die Überwachung der Governance-Funktionen (internes Kontrollsystem, Risikomanagementsystem, interne Revision und Compliance). Im Geschäftsjahr 2013/14 fanden acht Sitzungen statt. Der Vorsitzende des Vorstands und der Finanzvorstand nahmen an allen Sitzungen teil. Zu ausgewählten Tagesordnungspunkten wurden der Abschlussprüfer sowie Führungskräfte der zuständigen Fachbereiche der METRO AG hinzugezogen.
Der Bilanz- und Prüfungsausschuss bereitete die Bilanzsitzung des Aufsichtsrats im Dezember 2013 vor und prüfte den Jahres- und Konzernabschluss für das Rumpfgeschäftsjahr 2013, den zusammengefassten Lagebericht der METRO AG und des Konzerns 2013 sowie den Bericht des Vorstands über die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen. In Anwesenheit des Abschlussprüfers erörterte das Gremium ferner die Ergebnisse der Abschlussprüfungen. Auf dieser Grundlage sprach der Bilanz- und Prüfungsausschuss nach eingehender Erörterung konkrete Beschlussempfehlungen an den Aufsichtsrat aus; dazu zählte insbesondere, den Jahres- und Konzernabschluss für das Rumpfgeschäftsjahr 2013 zu billigen und sich dem Vorschlag des Vorstands an die Hauptversammlung 2014 für die Verwendung des Bilanzgewinns anzuschließen.
Ein weiterer Schwerpunkt der Ausschussarbeit war es, die Wahl des Abschlussprüfers für das Geschäftsjahr 2013/14 durch die Hauptversammlung und die zur Umsetzung des Wahlbeschlusses durch den Aufsichtsrat zu erteilenden Prüfungsaufträge vorzubereiten. Jeweils vor der Veröffentlichung erörterten die Mitglieder des Bilanz- und Prüfungsausschusses die Quartalsfinanzberichte sowie den Halbjahresfinanzbericht des Geschäftsjahres 2013/14. Weitere Themen der Ausschussarbeit waren die Budgetplanung des Vorstands, die Prüfungsplanung des gewählten Abschlussprüfers, die Planungen für eine Börsennotiz von Minderheitsanteilen an METRO Cash & Carry Russland und die Governance-Funktionen im Konzern (internes Kontrollsystem, Risikomanagementsystem, interne Revision und Compliance). Der Ausschuss informierte sich ferner über die Weiterentwicklung internationaler Rechnungslegungsstandards und erörterte den Stand einer Stichprobenprüfung der Deutschen Prüfstelle für Rechnungslegung, die Aktualisierung von Geschäftsordnungen sowie Zielsetzungen für die Besetzung des Aufsichtsrats und des Vorstands. Der Bilanz- und Prüfungsausschuss befasste sich auch mit der Konzernsteuerplanung sowie der Vergabe von Spenden und ließ sich wiederholt über wesentliche rechtliche Themen berichten. Hierzu zählten beispielsweise die Steuerung und der Sachstand von Kartellverfahren, der Stand und die Implikationen einer Anfechtungsklage gegen einen Beschluss der Hauptversammlung 2013 sowie die Auseinandersetzungen mit dem Minderheitsgesellschafter der Media-Saturn-Holding GmbH. Schließlich führte der Ausschuss im Berichtszeitraum auf Basis eines unternehmensintern erstellten Fragebogens eine Effizienzprüfung durch und bereitete die jüngste Entsprechenserklärung gemäß § 161 AktG vor.
Personalausschuss – Der Personalausschuss befasst sich im Wesentlichen mit den Personalangelegenheiten des Vorstands. Im Geschäftsjahr 2013/14 fanden fünf Ausschusssitzungen statt, davon vier gemeinsam mit dem Aufsichtsratspräsidium. Ein Beschluss wurde außerhalb einer Sitzung gefasst. Der Personalausschuss erörterte die Zusammensetzung des Vorstands, seinen Geschäftsverteilungsplan sowie dienstvertragliche und weitere personelle Angelegenheiten und bereitete die entsprechenden Entscheidungen des Aufsichtsrats im Berichtszeitraum vor. Hierzu zählten insbesondere die erneute Bestellung der Herren Heiko Hutmacher, Mark Frese und Olaf Koch zu Mitgliedern des Vorstands, die wiederholte Ernennung von Herrn Olaf Koch zum Vorstandsvorsitzenden sowie die jeweiligen neuen Dienstverträge. Ferner hat der Ausschuss sich auch im Geschäftsjahr 2013/14 mehrfach mit den individuellen Zielsetzungen der Mitglieder des Vorstands befasst. Die Zielerreichung ist ein wichtiges Kriterium für die Ausübung von Ermessensspielräumen zur Festlegung der jährlichen erfolgsabhängigen Vorstandsvergütung durch den Aufsichtsrat. Weitere wesentliche Themen der Ausschussarbeit waren die Vorbereitung der Beschlussfassung des Aufsichtsrats über eine neue variable Vergütungskomponente mit langfristiger Anreizwirkung und die langfristige Nachfolgeplanung für den Vorstand. Schließlich diskutierte der Personalausschuss die im Berichtszeitraum erfolgte Aktualisierung von Geschäftsordnungen sowie Zielsetzungen für die Besetzung des Aufsichtsrats und des Vorstands. Turnusgemäß befasste sich der Ausschuss auch mit der Prüfung von Aufwendungen auf Basis der für den Vorstand geltenden Reisekostengrundsätze.
Aufsichtsratspräsidium – Das Aufsichtsratspräsidium befasst sich mit der Überwachung der Einhaltung von Rechtsvorschriften und der Anwendung des Deutschen Corporate Governance Kodex. Bis zu einer Änderung seines Aufgabenbereichs im September 2014 war es darüber hinaus auch für strategische Themen zuständig. Unter Beachtung von § 107 Abs. 3 Satz 3 AktG beschließt das Präsidium über eilige Angelegenheiten und solche, die ihm der Aufsichtsrat zur Beschlussfassung übertragen hat. Im Geschäftsjahr 2013/14 tagte das Aufsichtsratspräsidium viermal, jeweils gemeinsam mit dem Personalausschuss. Im Zuge der gemeinsamen Beratungen mit dem Personalausschuss erörterte das Präsidium strategische Aspekte der Incentivierung und der Nachfolgeplanung für den Vorstand. Weitere wesentliche Themen des Präsidiums waren die Corporate Governance der METRO GROUP einschließlich des Corporate-Governance-Berichts für das Rumpfgeschäftsjahr und die Vorbereitung der jüngsten Entsprechenserklärung gemäß § 161 AktG. Beschlussfassungen über eilige oder durch den Aufsichtsrat übertragene Angelegenheiten waren nicht erforderlich.
Nominierungsausschuss – Aufgabe des Nominierungsausschusses ist es, dem Aufsichtsrat geeignete Kandidaten für dessen Wahlvorschläge an die Hauptversammlung zu nennen. Im Geschäftsjahr 2013/14 fand eine telefonische Sitzung des Nominierungsausschusses statt. Der Nominierungsausschuss empfahl dem Aufsichtsrat, der Beauftragung eines externen Beraters zuzustimmen, der die Nachfolgeplanung mit Blick auf die Vertreter der Aktionäre im Aufsichtsrat unterstützt.
Vermittlungsausschuss – Der Vermittlungsausschuss erarbeitet Vorschläge für die Bestellung oder Abberufung von Mitgliedern des Vorstands in den nach § 31 MitbestG vorgesehenen Fällen. Eine Sitzung des Vermittlungsausschusses war auch im Geschäftsjahr 2013/14 nicht erforderlich.
Corporate Governance
Über die Corporate Governance der METRO GROUP berichten Vorstand und Aufsichtsrat im Corporate-Governance-Bericht für das Geschäftsjahr 2013/14. Der Bericht wird zusammen mit der Erklärung zur Unternehmensführung gemäß § 289 a HGB auch auf der Website www.metrogroup.de unter der Rubrik Unternehmen – Corporate Governance veröffentlicht.
Vorstand und Aufsichtsrat der METRO AG haben ihre jüngste Entsprechenserklärung zu den Empfehlungen der Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex gemäß § 161 AktG im September 2014 abgegeben und den Aktionären auf der Website www.metrogroup.de dauerhaft zugänglich gemacht. Die Erklärung ist ferner im Corporate-Governance-Bericht 2013/14 vollständig wiedergegeben.
Jahres- und Konzernabschluss, Bericht über die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen
Den vom Vorstand nach den Regeln des HGB aufgestellten Jahresabschluss der METRO AG für das Geschäftsjahr 2013/14 unter Einbeziehung der Buchführung, den von der METRO AG nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) – wie sie in der Europäischen Union anzuwenden sind – aufgestellten Konzernabschluss und den zusammengefassten Lagebericht der METRO AG und des Konzerns für das Geschäftsjahr 2013/14 hat die KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft geprüft und jeweils mit einem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen. Der Abschlussprüfer berichtete schriftlich über das Ergebnis der Prüfung.
Wir, der Aufsichtsrat, haben den Jahresabschluss der METRO AG und den Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2013/14, den zusammengefassten Lagebericht der METRO AG und des Konzerns für das Geschäftsjahr 2013/14 sowie den Vorschlag des Vorstands an die Hauptversammlung 2015 für die Verwendung des Bilanzgewinns geprüft. Diese Unterlagen sowie die Prüfungsberichte des Abschlussprüfers wurden uns hierfür rechtzeitig vorgelegt und in der Bilanzsitzung des Aufsichtsrats am 10. Dezember 2014 eingehend erörtert und geprüft. Der an der Sitzung teilnehmende Abschlussprüfer berichtete über die wesentlichen Ergebnisse seiner Prüfung und stand uns auch in Abwesenheit des Vorstands für Fragen und ergänzende Auskünfte zur Verfügung. Wesentliche Schwächen des internen Kontroll- und Risikomanagementsystems, bezogen auf den Rechnungslegungsprozess, lagen nach Einschätzung des Prüfers nicht vor. Der Prüfer informierte auch über Leistungen, die er zusätzlich zu den Abschlussprüfungsleistungen erbracht hat. Umstände, nach denen die Besorgnis der Befangenheit bestehen könnte, lagen nach Information des Abschlussprüfers nicht vor. Wir haben uns dem Ergebnis der Prüfung des Abschlussprüfers angeschlossen und auf der Grundlage unserer eigenen Prüfung festgestellt, dass Einwendungen nicht zu erheben sind. Wir teilen insbesondere die im zusammengefassten Lagebericht der METRO AG und des Konzerns enthaltenen Beurteilungen des Vorstands und haben die vom Vorstand aufgestellten Abschlüsse gebilligt, womit der Jahresabschluss der METRO AG festgestellt worden ist. Dem Vorschlag des Vorstands zur Verwendung des Bilanzgewinns haben wir uns nach sorgfältiger Abwägung der zu berücksichtigenden Interessen angeschlossen.
Gemäß § 312 AktG hat der Vorstand der METRO AG einen Bericht über die Beziehungen der Gesellschaft zu verbundenen Unternehmen für das Geschäftsjahr 2013/14 (kurz „Abhängigkeitsbericht“) erstellt. Der Abschlussprüfer hat diesen Bericht geprüft, über das Ergebnis der Prüfung schriftlich berichtet und folgenden Bestätigungsvermerk erteilt:
„Nach unserer pflichtmäßigen Prüfung und Beurteilung bestätigen wir, dass
- die tatsächlichen Angaben des Berichts richtig sind,
- bei den im Bericht aufgeführten Rechtsgeschäften die Leistung der Gesellschaft nicht unangemessen hoch war,
- bei den im Bericht aufgeführten Maßnahmen keine Umstände für eine wesentlich andere Beurteilung als die durch den Vorstand sprechen.“
Der Abhängigkeitsbericht lag uns zusammen mit dem Prüfungsbericht des Abschlussprüfers rechtzeitig vor und wurde in der Bilanzsitzung des Aufsichtsrats am 10. Dezember 2014 eingehend erörtert sowie insbesondere auf Vollständigkeit und Richtigkeit überprüft. Der an der Bilanzsitzung teilnehmende Abschlussprüfer berichtete über die wesentlichen Ergebnisse seiner Prüfung des Abhängigkeitsberichts und stand uns auch in Abwesenheit des Vorstands für Fragen und ergänzende Auskünfte zur Verfügung. Wir haben uns dem Ergebnis der Prüfung des Abschlussprüfers angeschlossen und als Ergebnis unserer eigenen Prüfung abschließend festgestellt, dass keine Einwendungen gegen die Erklärung des Vorstands am Schluss des Abhängigkeitsberichts zu erheben sind.
Die vorstehend beschriebenen Prüfungen der Abschlussunterlagen durch den Aufsichtsrat sind durch seinen Bilanz- und Prüfungsausschuss in dessen Sitzung am 8. Dezember 2014 intensiv vorbereitet worden. Der Abschlussprüfer nahm auch an dieser Ausschusssitzung teil, erläuterte seine wesentlichen Prüfungsergebnisse und stand für Fragen zur Verfügung. Der Bilanz- und Prüfungsausschuss empfahl dem Aufsichtsrat, die durch den Vorstand aufgestellten Abschlüsse zu billigen und sich dem Gewinnverwendungsvorschlag anzuschließen.
Personalia
Durch Beschluss des Amtsgerichts Düsseldorf trat im Juli 2013 Herr Dr. Fredy Raas in den Aufsichtsrat ein. Plangemäß endete seine gerichtliche Bestellung mit Ablauf der Hauptversammlung der METRO AG am 12. Februar 2014. Am gleichen Tag trat Herr Dr. Raas durch Wahl der Hauptversammlung in eine neue Amtsperiode ein.
Baroness Lucy Neville-Rolfe wurde im Geschäftsjahr 2013/14 zur parlamentarischen Staatssekretärin im britischen Ministerium für Wirtschaft, Innovation und berufliche Bildung ernannt und musste in der Folge ihr Aufsichtsratsmandat bei der METRO AG mit Wirkung zum 18. August 2014 niederlegen. Der Aufsichtsrat gratulierte Baroness Neville-Rolfe zu ihrem Regierungsamt und dankte ihr für die engagierte, von fundierter Handelsexpertise geprägte Arbeit für die METRO AG. Als Nachfolgerin trat durch Beschluss des Amtsgerichts Düsseldorf am 9. Dezember 2014 Frau Gwyn Burr in den Aufsichtsrat ein.
Düsseldorf, 10. Dezember 2014
Der Aufsichtsrat

FRANZ M. HANIEL
Vorsitzender