Künftige Branchensituation und Entwicklung der METRO GROUP
METRO Cash & Carry
Die Entwicklung des Selbstbedienungsgroßhandels steht im Zusammenhang mit den gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Für das kommende Geschäftsjahr erwarten wir in den Regionen eine weltweit nur langsam und uneinheitlich voranschreitende wirtschaftliche Erholung. Dementsprechend rechnen wir damit, dass sich die unterschiedliche Entwicklung in den Wirtschaftsräumen auch im Cash-and-Carry-Segment niederschlagen wird.
In Deutschland und in Westeuropa erwarten wir vor dem Hintergrund einer insgesamt verhaltenen Wirtschaftsdynamik nur leichte Wachstumsimpulse für den Selbstbedienungsgroßhandel. Bei Lebensmitteln sollte das Nachfragevolumen in etwa das Niveau der Vorjahre erreichen. Da die Inflation bei Lebensmitteln voraussichtlich weiter niedrig ausfallen wird, erwarten wir nur in geringem Ausmaß positive Wachstumsimpulse aus Preissteigerungen. Bei Nicht-Lebensmitteln gehen wir in Ländern mit einer schwachen konjunkturellen Entwicklung von einer leicht negativen Entwicklung aus, wohingegen wir in den übrigen Ländern mit einer leichten Nachfragebelebung rechnen. Insgesamt erwarten wir für Westeuropa leicht steigende Umsätze im Cash-and-Carry-Segment.
In Osteuropa erwarten wir für den Selbstbedienungsgroßhandel für das kommende Geschäftsjahr in lokalen Währungen ein Umsatzwachstum. Die Entwicklung steht unter dem Eindruck der politischen Krisen in der Region. Bei einer weiteren Verschärfung des Konflikts in der Ukraine rechnen wir mit negativen Auswirkungen auf die Nachfrage sowohl in der Ukraine als auch in Russland. Für die Türkei gehen wir weiterhin von einem dynamischen Wachstum aus, vorausgesetzt, dass sich der politische Konflikt in Syrien nicht negativ auf die wirtschaftliche Entwicklung in der Türkei auswirkt. Daneben erwarten wir in der Region auch im neuen Geschäftsjahr Wachstumsimpulse aus Preissteigerungen. Insgesamt ist das Wachstumspotenzial für das Cash-and-Carry-Segment in der Region weiterhin vorhanden, wenngleich wir davon ausgehen, dass die Entwicklung im Cash-and-Carry-Segment hinter der des stark expandierenden modernen Lebensmitteleinzelhandels zurückbleibt.
Für das kommende Berichtsjahr erwarten wir in den asiatischen Schwellenländern erneut das höchste Wachstum für das Cash-and-Carry-Segment. Weiterhin bildet die gesamtwirtschaftliche Entwicklung gute Bedingungen für eine dynamische Entwicklung des Handels. Insbesondere in Indien rechnen wir zudem mit positiven Impulsen aus Preissteigerungen auf die Branchenumsätze. Trotz der Lockerung des Verbots direkter Investitionen ausländischer Handelsketten in Indien gehen wir davon aus, dass der Wettbewerb durch moderne Formate des Lebensmitteleinzelhandels in den kommenden Jahren insgesamt nur schwach ausgeprägt bleibt. Entsprechend stellen die traditionellen Händler, die eine Hauptkundengruppe des Selbstbedienungsgroßhandels sind, in weiten Teilen der Region weiterhin den wichtigsten Versorgungskanal für Lebensmittel dar. Somit bietet die Region ein unverändert großes Wachstumspotenzial für den Selbstbedienungsgroßhandel.
Ungeachtet der beabsichtigten Veräußerung der Aktivitäten in Vietnam bilden sowohl Asien als auch Osteuropa im kommenden Geschäftsjahr unverändert den Schwerpunkt der strategischen Expansion von METRO Cash & Carry.
Media-Saturn
Der Elektrofachhandel in Europa wird sich aufgrund der starken Unterschiede in Bezug auf die konjunkturellen Rahmendaten weiter sehr uneinheitlich entwickeln.
In Deutschland entwickelte sich der Elektrofachhandel im abgelaufenen Geschäftsjahr mit rund 4 Prozent Wachstum äußerst positiv. Aufgrund des damit verbundenen Basiseffekts erwarten wir für 2015 nur noch ein leichtes Plus in der Größenordnung von 1 Prozent. Während sich die Dynamik bei den Trendwarengruppen Tablets und Smartphones abschwächt, gewinnen Innovationen außerhalb von TV- und Mobilbereich an Bedeutung.
Im Audiobereich sind hier besonders die Streaming-fähigen Geräte zu erwähnen, zum Beispiel Multiroom-Systeme, Mini-Speaker oder die Soundbars, die große Umsatzpotenziale aufweisen. Die Produktfamilie der sogenannten Wearables, beispielsweise intelligente Uhren oder Fitnessbänder, steht ebenfalls noch ganz am Anfang ihrer Durchsetzung.
Beide Trends schaffen eine völlig neue Bedarfssituation im Bereich der Connected World, auf die alle modernen Vertriebsformen reagieren werden.
In Westeuropa steht die Branche auch im kommenden Jahr in vielen Ländern vor Herausforderungen. Dies betrifft in besonderem Maße Italien, während die iberischen Märkte nach mageren Jahren Anschluss gefunden haben und nach unserer Einschätzung ein moderates Wachstum entwickeln werden.
Eher stagnieren wird aufgrund der hohen Ausgangsniveaus die Entwicklung in den Benelux-Ländern, in Österreich, der Schweiz und auch in Schweden. In diesen reifen Volkswirtschaften rechnen wir mit einer substanziellen Bedeutungsverschiebung hin zu den Mehrkanalkonzepten.
In Osteuropa muss kurzfristig aufgrund der belasteten geopolitischen und konjunkturellen Lage mit einer Stagnation gerechnet werden, die – ein rasches Ende der Krise vorausgesetzt – ab 2015 in ein moderates Wachstum für die Elektromärkte in Russland und Polen münden dürfte.
Übergreifend in allen Regionen werden die Mehrkanalanbieter zulegen, wenn es ihnen gelingt, noch besser als bislang Online- und stationären Handel miteinander zu verknüpfen.
Real
Für den Lebensmitteleinzelhandel boten die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in Deutschland bisher ein gutes Fundament für ein robustes Wachstum. Insgesamt wird daher für 2015 mit einem leicht wachsenden Absatz gerechnet – vorausgesetzt, dass die geopolitischen Spannungen sich nicht verstärken und die Konsumneigung nicht weiter nachlässt. Insgesamt werden wieder etwas höhere Preissteigerungen als im abgelaufenen Geschäftsjahr erwartet. Diese werden aber voraussichtlich nach wie vor moderat ausfallen.
Real wird in dem weiterhin starken stationären Verdrängungswettbewerb mit innovativen Konzepten, gezielten Investitionen in das Filialnetz und mit der systematischen Erweiterung der Cross-Channel-Aktivitäten seine Wettbewerbsfähigkeit weiter ausbauen.
Galeria Kaufhof
Auch für das Warenhaussegment sind die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in Deutschland insgesamt solide. Zwar erwarten wir für 2015, dass sich das Warenhaussegment im Vergleich zum Einzelhandel ein weiteres Jahr unterdurchschnittlich entwickeln wird. Von den robusten Rahmenbedingungen wird aber gerade Galeria Kaufhof als Markt-, Konzept- und Systemführer im Warenhausgeschäft profitieren können. Unterstützt wird das durch unsere Mehrkanaloffensive und die damit verbundene konsequente Verzahnung der stationären und digitalen Warenhauswelt. Als Mehrkanalanbieter wird sich Galeria Kaufhof daher auch in den kommenden Jahren besser entwickeln als der vergleichbare Wettbewerb.