Projekte und Maßnahmen

Konzernweite Verpackungsrichtlinie

In allen Vertriebslinien der METRO GROUP kommen tagtäglich verschiedenste Verpackungen zum Einsatz. Sie sind notwendig, um Produkte zu schützen, haltbar zu machen, im Verkauf eine Wiedererkennung zu ermöglichen und Informationen über das jeweilige Produkt zu vermitteln. Mit Blick auf die eigenen Nachhaltigkeitsziele steht die METRO GROUP vor einer anspruchsvollen Aufgabe: Einerseits gilt es, die von den Kunden erwarteten hohen Qualitäts- und Hygienestandards zu erfüllen, andererseits kommt es darauf an, die Umweltauswirkungen von Verpackungen während des gesamten Lebenszyklus zu reduzieren. Um dieser Herausforderung zu begegnen, hat die METRO GROUP 2013 eine konzernweite Verpackungsleitlinie verabschiedet. Damit haben wir einen verbindlichen Rahmen für alle Eigenmarkenproduktverpackungen geschaffen. Die Leitlinie gibt fünf Bereiche vor, in denen wir Maßnahmen umsetzen: Vermeidung und Reduzierung von Verpackung, Nutzung von Rücknahmesystemen sowie Einsatz von erneuerbaren Ressourcen und recyceltem Material.

Operative Umsetzung

Auf Basis der Konzernleitlinie haben die Vertriebslinien eigene Prozesse und Maßnahmen für ihre Eigenmarkenprodukte definiert. Bei METRO Cash & Carry ist das Thema Verpackung seit 2013 Teil der gesamten Eigenmarkenstrategie. Für Kommunikation und Verhandlungen mit Lieferanten hat das Unternehmen ein technisches Handbuch zum Thema Verpackung für Eigenmarken sowie ein Anforderungsprofil erstellt. Umweltrelevante Auswirkungen der Verpackungen werden seit April 2014 mithilfe des Lebenszyklus-Analyseprogramms Packaging Impact Quick Evaluation Tool (PIQET) analysiert.

Auch Real verwendet bei seinen Lieferanten ein Anforderungsprofil für die Produkte, in dem konkrete Aspekte und Ziele hinsichtlich der Eigenmarkenverpackungen definiert sind. So will das Unternehmen künftig beispielsweise auf Kunststoffe wie PVC und PVdC verzichten. Auch sollen migrationsoptimierte Druckfarben verwendet werden und die Transportverpackungen sollen Modulmaße haben. Ein begleitendes technisches Handbuch mit detailliertem Anforderungskatalog für die Lieferanten wird bis Ende des Jahres erstellt sein.

Materialien reduzieren

Um Ressourcen und Kosten zu sparen sowie negativen Auswirkungen auf die Umwelt vorzubeugen, optimieren unsere Vertriebslinien mit ihren Lieferanten gezielt die Verpackungen ihrer Eigenmarkenprodukte. Sie gestalten die Verpackungen möglichst materialsparend, ersetzen das bisherige Material durch umweltfreundlichere Alternativen, nutzen gezielt Verpackungen, die sowohl für den Transport als auch für die Warenpräsentation im Regal eingesetzt werden können, oder verzichten auf zusätzliche Verpackungsbestandteile.

So bietet METRO Cash & Carry beispielsweise Produkte der Eigenmarke Horeca Select seit 2012 in Plastikbeuteln statt in Dosen an. Dadurch reduziert sich das Palettengewicht um 34 Kilogramm, was sich positiv beim Transport bemerkbar macht: Da die Paletten deutlich leichter sind, kann ein Fahrzeug mehr Produkte laden oder der Lieferant kann ein kleineres Fahrzeug nutzen. Das reduziert die Transportkosten, spart Treibstoff und verringert die CO2-Emissionen.

Dass kleine Veränderungen große Wirkung haben können, zeigt auch ein Projekt von METRO Cash & Carry in Frankreich: Hier verzichtet das Unternehmen bei der Verpackung von geräuchertem Lachs auf eine zusätzliche Banderole aus Karton und verkauft den Fisch lediglich in einer bedruckten Kunststoffverpackung. Auf diese Weise spart METRO Cash & Carry pro Jahr 1,2 Tonnen Karton ein.

Verpackungsoptimierung im Sinne der Nachhaltigkeit bedeutet auch, umweltfreundlichere Materialien für die Herstellung einzusetzen. So verwendet METRO Cash & Carry für die Verpackung verschiedenster Textilien mittlerweile Kunststoffhüllen aus chlorfreiem Polypropylen (PP). Zuvor bestanden die Hüllen aus dem chlorhaltigen Kunststoff Polyvinylchlorid (PVC), bei dessen Verbrennung Dioxin entsteht. Durch den Austausch trägt METRO Cash & Carry dazu bei, diese Emissionen zu vermeiden.

Real setzt sich ebenfalls gezielt für die funktionale Optimierung von Verpackungen ein. So ist zum Beispiel die Folie für die 500-Gramm-Spaghetti-Verpackungen von Tip mit 2,68 Gramm die mit Abstand leichteste im Markt, der Durchschnitt liegt bei 3,46 Gramm. Zudem hat Real die Knotenbeutel für Obst und Gemüse optimiert: Gemeinsam mit dem Lieferanten entwickelte unsere Vertriebslinie Beutel in einer geringeren Materialstärke und reduzierte damit den Material- und Ressourcenverbrauch: Berechnungen zufolge lassen sich allein durch diese Optimierung jährlich in der Herstellung 19.000 Liter Wasser und 92 Tonnen CO2 im Transport und in der Logistik einsparen. Auch ökonomisch zahlt sich die Veränderung aus. Durch diese Maßnahme spart Real jährlich rund 65.000 € ein.

Seit Oktober 2014 wird für den vor Ort verpackten Käse die bis dahin verwendete PVC-Folie durch eine PVC-freie Variante ersetzt. Dafür werden sukzessive die Abpackmaschinen umgebaut. Im Anschluss wird der Austausch auch im Fleischbereich ausgerollt werden.

Lebenszyklus verlängern

Uns ist es wichtig, der Verschwendung von Rohstoffen auf allen Stufen der Prozesskette vorzubeugen. Daher fokussieren wir uns nicht nur darauf, unseren Ressourceneinsatz zu verbessern und die Nutzung bestimmter Stoffe zu vermeiden. Wir arbeiten auch daran, den Lebenszyklus von Produkten und Ressourcen zu verlängern und unseren Kunden einen verantwortungsbewussten Konsum zu ermöglichen. Exemplarisch hierfür steht die Kooperation von Media-Saturn mit dem Unternehmen Flip4New. Seit Oktober 2012 ist unsere Vertriebslinie an dem führenden Re-Commerce-Anbieter beteiligt. In allen Saturn-Märkten sowie in ausgewählten Media Märkten und online über die Saturn-Website können Kunden Elektroprodukte und Medien, die sie nicht mehr benötigen, gegen einen Einkaufsgutschein eintauschen. Flip4New prüft die gebrauchten Artikel und verkauft sie auf Online-Plattformen weiter. Damit verlängert sich der Lebenszyklus der aufwendig hergestellten Produkte. Der Ankaufservice ist stationär bereits in fünf europäischen Ländern möglich; Kunden aus Österreich und den Niederlanden können Flip4New ebenso wie die Kunden in Deutschland auch online nutzen.

Weiternutzung statt Entsorgung ist auch das Prinzip, das METRO Cash & Carry Frankreich in einem Projekt mit Veolia Propreté verfolgt. Die Unternehmensgruppe entwickelt und realisiert Lösungen für die Bereiche Wasser-, Entsorgungs- und Energiemanagement im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung. Gemeinsam bieten die Kooperationspartner den Gastronomiekunden von METRO Cash & Carry die Entsorgung und Weiterverwertung von gebrauchtem Speiseöl an. Dazu stellt Veolia den Gastronomen Sammelbehälter zur Verfügung und holt diese regelmäßig in den Betrieben ab, um aus dem Altöl Biotreibstoff zu gewinnen. Besitzern einer METRO-Standard-Kundenkarte werden die Kosten der Entsorgung vollständig zurückerstattet; Kunden mit einer sogenannten METRO-Reflexe-Karte verdienen mit der Entsorgung sogar – rund 0,15 € pro Liter. Mit diesem Modell sorgen die Kooperationspartner nicht nur für eine nachhaltige Weiterverwertung von Altöl, sondern leisten zudem einen Beitrag zum Klimaschutz: Ein Liter an umgewandeltem Speiseöl reduziert die CO2-Emissionen um drei Kilogramm. Im Berichtszeitraum spart METRO Cash & Carry Frankreich gemeinsam mit seinen Kunden auf diese Weise rund 1,2 Millionen Kilogramm CO2 ein.

Produkte recyceln – Stoffe wiederverwerten

Elektro- und Elektronikgeräte sind eine Produktgruppe, die durch kürzer werdende Lebenszyklen, steigende Verkaufszahlen und einen hohen Wertstoffgehalt gekennzeichnet ist. Das Bundesumweltministerium geht davon aus, dass allein in Deutschland jährlich rund 800.000 Altgeräte anfallen. Da sie eine Vielzahl von Stoffen und Materialien enthalten können, kann es zu Umweltrisiken kommen, wenn sie nicht sachgerecht entsorgt werden. Neben Schadstoffen wie Schwermetallen und FCKW enthalten Altgeräte aber auch eine Reihe von Wertstoffen, die es zurückzugewinnen und dem Kreislauf zuzuführen lohnt. Um dieses Ziel zu erreichen, legt in Deutschland das 2005 in Kraft getretene Elektro- und Elektronikgerätegesetz (ElektroG) konkrete Pflichten für Hersteller, Handel, Kommunen, Besitzer und Entsorger fest. Bisher ist der Handel gesetzlich nicht zur Rücknahme von Elektrogeräten verpflichtet. Das soll sich mit der Novelle des ElektroG, die in Deutschland derzeit in Arbeit ist, ändern: Unter anderem sieht sie eine Rücknahmepflicht des Handels für Altgeräte vor.

Die Vertriebslinien Real und Media-Saturn beteiligen sich bereits seit Jahren an der freiwilligen Initiative des deutschen Handels zur Rücknahme von Elektroaltgeräten. Bei Media-Saturn können Kunden beim Kauf eines neuen Geräts ihre alten Elektro- und Elektronikgeräte seit 2005 kostenfrei zurückgeben. Die Entsorgung der Altgeräte erfolgt nicht über kommunale Sammelstellen, sondern sie werden direkt dem gesetzlich vorgeschriebenen Recycling zugeführt. Auch Real unterstützt die freiwillige Rücknahme im Einzelhandel und nimmt in den SB-Warenhäusern alte Elektrogeräte beim Kauf neuer Geräte von Kunden kostenlos zurück.

In Russland hat Media Markt darüber hinaus ein flächendeckendes Batterie-Recyclingprogramm eingeführt. Es ermöglicht den Kunden, alte Batterien in die Märkte zurückzubringen und fachgerecht entsorgen zu lassen. Das Programm startete im November 2013 zunächst in den Moskauer Media Märkten. Mittlerweile beteiligen sich alle russischen Standorte. Batterien sind in Russland nicht als Sondermüll eingestuft, und Händler sind nicht gesetzlich verpflichtet, alte Batterien zu sammeln. Dennoch hat Media Markt das Programm eingeführt, um an die europäischen Standards anzuknüpfen, und ist seither der erste autorisierte Batteriesammelpunkt in Russland.

Um Kunden mit wichtigen Informationen zum korrekten Umgang mit alten Elektrogeräten zu versorgen, hat Saturn 2014 den Ratgeber „Altgeräte richtig entsorgen“ herausgegeben. Die Broschüre, die unter anderem über wertvolle Stoffe und Ressourcen in Altgeräten, Recycling und Entsorgungsmöglichkeiten aufklärt, entstand in Zusammenarbeit mit Utopia, einer Internetplattform zur Förderung des nachhaltigen Konsums.

Abfall vermeiden

Allein in Deutschland enden rund 11 Millionen Tonnen Lebensmittel jedes Jahr auf dem Müll. Angaben des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft zufolge entstehen hiervon 61 Prozent bei den privaten Verbrauchern, jeweils 17 Prozent in der Industrie und bei den Großverbrauchern sowie 5 Prozent im Handel. Ein zentrales Anliegen der METRO GROUP ist es, Lebensmittelverluste und -verschwendung so weit wie möglich zu reduzieren. Wir verfolgen dabei einen ganzheitlichen Ansatz und engagieren uns auf allen Stufen der Wertschöpfungskette, vom Feld über die Logistik und die Abläufe im Markt bis hin zum Verbraucher. Zu unseren Aktivitäten im Bereich der Beschaffung zählen unter anderem Trainings und Schulungen unserer Lieferanten zu Themen wie Lebensmittelsicherheit, Hygienestandards und Produktverarbeitung. Durch unsere professionelle Logistik verringern wir zudem die Verluste an Nahrungsmitteln auf den verschiedenen Stufen der Wertschöpfungskette. Sieben internationale Handelsbüros steuern den Einkauf bestimmter Produktgruppen. Außerdem errichtet METRO Cash & Carry lokale Sammelzentren für Landwirte in der Nähe der Anbaugebiete. Dadurch verkürzt sich die Zeit zwischen Ernte und Anlieferung im Markt. In unseren Märkten betreiben wir ein MHD-Monitoring, um Produkte, deren Haltbarkeitsdatum abläuft, rechtzeitig gezielt anzubieten. Auch beugen wir Lebensmittelverlusten durch Bedientheken oder integrierte Bäckereien vor, die unseren Kunden einen bedarfsgerechteren Einkauf ermöglichen beziehungsweise uns erlauben, gezielt tagesfrische Angebote zu machen. Waren, die dennoch nicht rechtzeitig vermarktet werden können, jedoch noch verzehrfähig sind, stellen wir den Tafelorganisationen zur Verfügung.

Unsere Kunden sensibilisieren wir durch Kampagnen für einen bewussten Umgang mit Lebensmitteln, damit Abfälle, aber auch Gefahren für die Gesundheit der Verbraucher gar nicht erst entstehen. Verschiedene Aktionen rund um das Thema Vermeidung von Lebensmittelverschwendung, die Handelsassistenten und Bachelor-Studenten unserer Vertriebslinie Real zusammen mit Auszubildenden in 31 SB-Warenhäusern in Deutschland durchgeführt haben, veranschaulichen unser Engagement in diesem Bereich. Im Real-Markt in Tönisvorst beispielsweise informierten die Nachwuchskräfte mit der Aktion „Verschwendung geht uns alle an“ darüber, wie sich Lebensmittelverschwendung vermeiden lässt. Eine ähnliche Aktion organisierte eine Handelsassistentin mit den Auszubildenden im Real-Markt Moers-Hülsdonk. Im Mittelpunkt ihrer Informationskampagne für die Kunden standen Themen wie Aufbewahrung, Frischhaltung und Verwertung von Lebensmitteln. Das vielfältige Engagement der Führungsnachwuchskräfte erzielte Resonanz in den Medien und vor allem bei den Kunden: Deutschlandweit erreichten die Auszubildenden mit ihrer Kampagne schätzungsweise mehr als 540.000 Verbraucher (inklusive der Medienkontakte).

Über die aktuellen Aktivitäten unserer Vertriebslinien hinaus engagieren wir uns kontinuierlich im Bündnis für Verbraucherbildung, das von der Deutschen Stiftung Verbraucherschutz und dem Verbraucherzentrale Bundesverband getragen wird. Auch dadurch tragen wir dazu bei, Wissen im Umgang mit Lebensmitteln zu vermitteln.

Abfall
Abfallaufkommen in kg je m2 Verkaufsfläche der
Standorte der METRO GROUP/Recyclingquote
in %

METRO GROUP

Entsorgung – Abfallaufkommen in kg je m2 Verkaufsfläche/Recyclingquote in % – METRO GROUP (Balkendiagramm)